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Männlichkeiten im Wandel: JuAr Basel vertieft den Schwerpunkt Manosphere

17 Mitarbeitende von JuAr Basel besuchten am 09. September 2026 die Fachtagung «Männlichkeiten im Wandel – Jugend zwischen Gleichstellung und Manosphere» an der Fachhochschule in Muttenz. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die tägliche Arbeit mit Jungen und jungen Männern einfliessen.
Digitale Medien beeinflussen zunehmend, wie junge Menschen Geschlecht, Beziehungen und gesellschaftliche Rollen wahrnehmen. In diesem Zusammenhang gewinnt die sogenannte «Manosphere» an Bedeutung: ein loses Netzwerk digitaler Plattformen und Online-Communitys, in denen neben allgemeinen Männlichkeitsfragen auch antifeministische, frauenfeindliche und teilweise gewaltverherrlichende Inhalte verbreitet werden. Solche Narrative können gerade auf junge Männer in Phasen der Orientierungssuche eine starke Sogwirkung entfalten.
JuAr Basel hat dieses Thema deshalb für das laufende Jahr als Schwerpunkt erkannt. Nachdem die Mädchenarbeit über viele Jahre zu Recht gestärkt wurde und weiterhin unverzichtbar bleibt, braucht es ergänzend einen differenzierten Blick auf die Lebenswelten von Jungen und jungen Männern. Die Entwicklungen in den sozialen Medien erfordern sowohl eine fachliche Einordnung als auch eine organisationale Antwort.
Von der fachlichen Einordnung zur täglichen Praxis
Insgesamt nahmen 17 Mitarbeitende aus verschiedenen Standorten der Offenen Jugendarbeit an der 3D-Tagung – Fachtagung Jugend des Kantons Basel-Landschaft teil. Die Referate und Workshops beleuchteten unter anderem psychosoziale Dynamiken und Plattformmechanismen, den Zusammenhang zwischen Männlichkeitsvorstellungen und Gewalt sowie Körperbilder, Pornografie, Radikalisierungsprozesse und geschlechterreflektierte Jungenarbeit.
Für die Offene Jugendarbeit bedeutet dies, problematische Narrative frühzeitig zu erkennen und mit Jugendlichen offen und differenziert darüber ins Gespräch zu kommen. Jungen und junge Männer benötigen Räume, in denen sie Unsicherheiten, Gefühle und Rollenbilder reflektieren können, ohne Abwertung, aber mit einer klaren Haltung gegenüber Sexismus, Diskriminierung und Gewalt.
Die Fachtagung lieferte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Arbeit. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun innerhalb der Organisation weitergetragen und sollen dazu beitragen, unsere Mitarbeitenden im pädagogischen Alltag zu stärken sowie Jungen und junge Männer noch gezielter zu begleiten.