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Mitteilung: JuAr Basel verfolgt den Einsatz von KI-Chatbots in der Offenen Jugendarbeit nicht weiter

Im Dezember 2025 war unser Co-Geschäftsleiter Endrit Sadiku zu Gast im Podcast «Tour de Soziokultur» von Radarstation. Gemeinsam mit Prof. Dr. Olivier Steiner von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sprach er über die Ergebnisse der gemeinsamen Machbarkeitsstudie zu KI-Chatbots in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) und der anschliessenden internen Diskussion vom Herbst 2025. Das Interview führte Eike Rösch.
In dieser Studie haben die JuAr Basel, die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und die Hochschule für Technik und Umwelt FHNW gemeinsam untersucht, wie ein KI-Chatbot technisch und organisatorisch umgesetzt werden könnte und welche pädagogischen, ethischen und strukturellen Fragen damit verbunden sind. Ziel war es, herauszufinden, ob ein solches digitales Angebot im Kontext der Offenen Jugendarbeit in Basel sinnvoll und verantwortbar wäre.
KI-gestützte Chatbots können dazu beitragen, dass Jugendliche schneller und niederschwelliger Antworten auf einfache Fragen erhalten. Ziel der Überlegungen war nie, bestehende Angebote zu ersetzen oder Prozesse zu automatisieren, sondern den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Aus ethischen Gründen war jedoch von Beginn an klar, dass Beratungen oder persönliche Gespräche nicht über eine KI stattfinden werden. Der Kern der Offenen Jugendarbeit bleibt die direkte, menschliche Begegnung, geprägt von Vertrauen und persönlichen Beziehungen.

Von der Machbarkeit zur Haltung
Die abschliessende Beurteilung erfolgte im Herbst 2025 in der Fachgruppe Digitale Jugendarbeit von JuAr Basel, wo vor allem Fragezeichen hinsichtlich des Betriebs eines Open-Source-Modells bestanden. Zwar stellt eine Open Source KI eine wesentlich besseren Datenschutz sicher aufgrund lokal gespeicherten Daten, aber eine solche Lösung müsste laufend mit Daten und einer grossen Datenmenge selber gefüttert werden, um funktional und aktuell zu bleiben. Dies würde einen erheblichen personellen und zeitlichen Aufwand für unsere Mitarbeitenden bedeuten, der weder absehbar noch mit unseren Ressourcen vereinbar wäre.
Angesichts dieser ethischen, organisatorischen und ressourcenbezogenen Fragen hat JuAr Basel entschieden, den Einsatz von KI-Chatbots nicht weiterzuverfolgen.
Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Stärkung der Digitalen Jugendarbeit, wie sie in unserem Haltungspapier von 2025 beschrieben ist: Wir begleiten Jugendliche in ihrer digitalen Lebenswelt, fördern Medienkompetenzen und setzen digitale Werkzeuge gezielt dort ein, wo sie Beziehungen, Teilhabe und Bildung unterstützen und nicht ersetzen.
Zur Machbarkeitsstudie vom Juli 2025: –Hier klicken–
Zum Podcast vom Dezember 2025: —Hier klicken–
Zum Haltungspapier Digitale Jugendarbeit: –Hier klicken–
Für Rückfragen: Endrit Sadiku, Co-Geschäftsleiter, 078 600 95 69