Aktuell
Statistische Erhebung: Jugendzentren bleiben wichtige Treffpunkte
JuAr Basel Besucher:innen-Statistik vom Februar 2026 aus den 10 Jugendhäusern.

Die Jugendzentren von JuAr Basel werden auch in einer zunehmend digitalen Lebenswelt konstant genutzt. Das zeigt die aktuelle statistische Erhebung vom Februar 2026, bei der in den zehn Jugendzentren während jeweils einer Erhebungswoche insgesamt 1’250 Besuche registriert wurden. Durchschnittlich besuchten 26 Jugendliche pro Öffnungstag und Standort die Angebote – gleich viele wie bei der letzten Erhebung im September 2025. Die Zahlen geben zudem Einblick in Alter, Geschlecht, Bildungsstatus, Herkunft und Einzugsgebiet der Besucher:innen.
Die Nutzer:innenstruktur bleibt jung: 71.6 % der Besucher:innen sind 15 Jahre alt oder jünger. Gleichzeitig unterscheiden sich die einzelnen Standorte deutlich in ihrer Alterszusammensetzung, was die unterschiedlichen sozialräumlichen Gegebenheiten der Jugendzentren widerspiegelt.
Auch die kulturelle Vielfalt ist weiterhin gross. Junge Menschen aus 60 verschiedenen Nationalitäten wurden erfasst. 53.9 % besitzen die Schweizer Staatsbürgerschaft; grössere weitere Gruppen stammen aus der Türkei, der Ukraine und Italien. Besonders deutlich zeigt die Erhebung zudem die lokale Verankerung: 69 % der Besucher:innen kommen aus einem Einzugsgebiet von höchstens 15 Minuten, weitere 22.6 % aus anderen Teilen von Basel-Stadt.
Mädchen bleiben in gemischten Jugendzentren untervertreten
Der Mädchenanteil in den gemischten Jugendzentren liegt mit 28 % auf demselben Niveau wie im September 2025. Werden die beiden Mädchentreffs Mädona einbezogen, beträgt der Anteil 32 %. Die Unterschiede zwischen den Standorten sind erheblich: Neubad erreicht beispielsweise einen Mädchenanteil von 38 %, Dreirosen 35 %, während er in Kleinhüningen lediglich 4 % beträgt. Erstmals wurden in der Erhebung zudem 1.5 % non-binäre Besucher:innen ausgewiesen.
Besonders relevant ist der längerfristige Blick: Trotz zunehmender Digitalisierung, Smartphone-Nutzung und sozialer Medien bleiben die durchschnittlichen Besuchszahlen der Jugendzentren über die vergangenen fünf Jahre insgesamt stabil. Für JuAr Basel deutet dies darauf hin, dass reale Begegnungsorte für junge Menschen weiterhin eine wichtige Funktion erfüllen. Jugendzentren ermöglichen persönliche Beziehungen, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Digitale Jugendarbeit und die Arbeit vor Ort sind deshalb nicht als Gegensätze zu verstehen. Vielmehr entsteht ein hybrider Sozialraum, in dem sich junge Menschen zwischen Jugendzentrum, Quartier und digitalen Plattformen bewegen. Eine zeitgemässe Offene Jugendarbeit muss in beiden Lebenswelten präsent sein und diese miteinander verbinden.