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Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Bild: Das Mädona-Team trägt mit gezielten Gesprächen dazu bei, dass das Thema Gewalt an Frauen sichtbar bleibt

Im Rahmen der internationalen Aktionstage gegen Gewalt an Frauen hat das Mädona-Team von JuAr Basel auch dieses Jahr eine sichtbare und niedrigschwellige Aktion im öffentlichen Raum durchgeführt. Vor dem Mädona-Treff am Claraplatz kam das Team mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch, verteilte selbstgemachte Guetzlis, bot Popcorn an und gab orange Bändeli weiter. Solche kleinen Gesten schaffen Begegnungen und regen zu kurzen, aber wichtigen Gesprächen an. Sie machen ein Thema sichtbar, das oft im Verborgenen bleibt.

Gewalt an Frauen ist kein entferntes gesellschaftliches Problem, sondern betrifft Menschen direkt in unserer Umgebung. In der Schweiz wurden im Jahr 2024 über 21’000 Fälle häuslicher Gewalt polizeilich registriert, wobei rund 70 Prozent der Betroffenen Frauen waren. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurden zudem 18 Frauen und Mädchen Opfer eines Femizids. Diese Zahlen zeigen, dass das Thema weiterhin hohe Relevanz hat und regelmässige Sensibilisierung nötig ist.

Stigmas abbauen durch gezielte Gespräche

Die Aktion des Mädona-Teams verfolgt einen klaren pädagogischen Ansatz. Durch die Gespräche im öffentlichen Raum entsteht die Möglichkeit, über Gewalt und über respektvolle Beziehungen ins Gespräch zu kommen. Gerade in der Offenen Jugendarbeit ist es wichtig, solche Themen aufzugreifen, junge Menschen zu stärken und ihnen einen sicheren Rahmen zu bieten, in dem Fragen gestellt und Unsicherheiten angesprochen werden können. Das offene Gespräch hilft, Tabus abzubauen und Betroffenen wie auch ihrem Umfeld aufzuzeigen, dass Unterstützung vorhanden ist.

Auch wenn solche Aktionen klein wirken, setzen sie erste wichtige Impulse. Sie schaffen Bewusstsein, stärken Solidarität und erinnern daran, dass Gewalt an Frauen ein realer Bestandteil unserer Gesellschaft ist. Für JuAr Basel ist es zentral, sich einzusetzen und den Dialog offen zu halten. Die kontinuierlichen Aktivitäten unserer Teams tragen dazu bei, eine Kultur des Hinschauens zu fördern und jungen Menschen vorzuleben, wie ein respektvoller Umgang aussehen kann.